Bitcoin – Was dahinter steckt

von Thorsten Stockner (9. Jahrgang)

Bitcoin ist ein viel diskutierter Begriff. Viele haben davon gehört, sehr wenige können wirklich sagen, was es ist und dennoch hat fast jeder eine Meinung dazu.

In diesem kurzen Schriftstück möchte ich eine (sehr) kurze, neutrale, wissenschaftlich orientierte Erklärung dazu abgeben, was Bitcoin wirklich ist. Im 2008 veröffentlichten Whitepaper des unbekannten Autors wird anfangs bereits beschrieben, wofür Bitcoin von Nutzen ist:

Eine reine Peer-to-Peer-Version eines elektronischen Zahlungsverfahrens würde es ermöglichen, dass Online-Zahlungen von einer Partei direkt an eine andere gesendet werden, ohne über ein Finanzinstitut zu gehen.” (Nakamoto 2008, S. 1)

Antonopoulos beschreibt Bitcoin als: “a collection of concepts and technologies that form the basis of a digital money ecosystem.” (Antonopoulos 2004, S. 1) und Ammous ergänzt, dass “Bitcoin (…) die Funktion einer modernen Zentralbank“ (Ammous 2018, S. xvi) automatisieren kann.

Auf was muss nun bei der Verwendung von digitalem Geld geachtet werden? Hierbei stellt Antonopoulos zwei bedeutende Fragen:

  • Kann ich mir sicher sein, dass das Geld echt und nicht gefälscht ist?
  • Kann ich sicher sein, dass niemand anderer Anspruch auf dieses (mein) Geld erhebt?

Die zwei Hauptprobleme sind also Geldfälschung und das sogenannte Double-Spend-Problem (zu deutsch: Mehrfachausgaben). Physikalisches Geld löst dieses Problem relativ einfach, denn ein und derselbe Geldschein kann nicht gleichzeitig an zwei unterschiedlichen Orten bestehen. Die Echtheit von physischem Geld wird mittels Spezialdruckverfahren und weiteren Vorkehrungen gesichert. Konventionelles Geld wird natürlich auch schon digital gelagert und versendet. Das Problem der Geldfälschung und Mehrfachausgaben bei elektronischen Vorgängen wird hierbei durch zentrale Autoritäten überprüft und verhindert (vgl. Antonopoulos 2014, S. 2).

Bitcoin löst diese zwei Probleme äußerst elegant mithilfe von Kryptografie. Dabei bedarf es keinerlei Vertrauen in Dritte, sprich Zentralbanken, sondern lediglich in Mathematik.

Taleb geht sogar einen Schritt weiter und spricht von einer Absicherung gegenüber eines Orwell‘schen Überwachungsstaates:

[The mere] existence [of Bitcoin] is an insurance policy that will remind governments that the last object the establishment could control, namely, the currency, is no longer their monopoly. This gives us, the crowd, an insurance policy against an Orwellian future.“ (Ammous 2018, S. xiv)

Um Bitcoin vollends zu verstehen, bedarf es einer vertiefenden Auseinandersetzung mit der Geschichte von Geld, dem Entstehen des Bankenwesens und ausgereiften IT-Kenntnissen.

Doch hierbei bleibe ich bei einem einfachen Vergleich: Wer kann schon erklären, wie das Versenden und Empfangen einer einfachen Email funktioniert? 

Wichtig ist, dass es funktioniert.

Literatur

Ammous, S. (2018). The Bitcoin Standard. The Decentralized Alternative to Central Banking. Hoboken, New Jersey: Wiley. [Ann Arbor]: ProQuest 

Antonopoulos, A. (2014). Mastering Bitcoin. Unlocking Digital Cryptocurrencies. O’Reilly and Associates

Nakamoto, S. (2008). Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System. übersetzt durch Bitcoin.de. https://www.bitcoin.de/de/bitcoin-whitepaper-deutsch-html [22.4.2019]

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