Günter Getzinger: Technik für eine nachhaltige Entwicklung

Windräder bei Sonnenuntergang
Die Effizienz von grüner Energie habe sich in den letzten Jahrzehnten enorm gesteigert, meinte Günter Getzinger von der TU Graz im Vortrag für die WIPOL. (Foto: Karsten Würth/Pixabay)

Mit einem aktuellen Thema über den Nutzen, die Einflüsse aber auch die Grenzen von Technologien starteten wir mit Günter Getzinger ins neue Jahr 2021. Der Professor und Institutsleiter an der TU Graz verschaffte sich mit einem großen Bogen von den Sustainable Development Goals (SDGs) bis hin zu einer positiven Lebenseinstellung für einen gesellschaftlichen, nachhaltigen Wandel die Aufmerksamkeit bei unseren TeilnehmerInnen.

Mit vielen positiven Zahlen über die Entwicklung der Gesellschaften auf unserem Planeten, was angesichts der aktuellen Lage ein Lichtblick ist, startete auch die WIPOL ins hoffnungsvolle Jahr 2021. Viele spannende Fakten, wie dass es es heute in Europa wahrscheinlicher ist an einem Autounfall als durch eine Waffe zu sterben oder, dass Krankheiten wie Pocken durch menschliche Erfindungen erfolgreich ausgerottet wurden, lassen uns positiv in eine menschenwürdige Zukunft blicken. Für unseren Vortragenden Günter Getzinger hat die technologische Entwicklung den Menschen viele Möglichkeiten und vor allem einen höheren Lebensstandard geschenkt.

Die Daten sagen: die Welt ist besser als je zuvor

Doch andererseits hat es hat es gerade die westliche Gesellschaft in vielen Dingen zu weit getrieben, klärte uns Prof. Getzinger etwa über die immer wahrscheinlicheren Umweltschäden durch die ausbeutende Ressourcennutzung des Planeten und den Rückgang der genetischen Diversität auf. Da wir in vielen Bereichen die Kapazitäten unseres Planeten schon überschritten haben und im übermäßigen Wohlstand leben, liegt es nun an uns, diesen Wandel umzukehren. Die technologische Entwicklung ist für unseren Vortragenden zwar ein Teil der Lösung, sie muss aber in gesellschaftliche und wirtschaftspolitische Änderungen eingebettet werden. So liegt es an jedem selbst, seinen CO2-Fußabdruck zu senken, die Politik muss hierfür aber die nötigen Rahmenbedingungen setzen und ist stark unter Druck, hier die notwendigen Entscheidungen zu treffen.

Trotzdem wird die Technik laut Prof. Getzinger in den nächsten 10 Jahren vor allem bei der Dekarbonisierung und beim Weg zur Klimaneutralität eine sehr wichtige Rolle spielen. Änderungen im Mobilitätsverhalten, erneuerbare Energieformen und effiziente Technologien sollen helfen, unseren Ressourcenbedarf zu senken und somit zu einer menschenwürdigen Umwelt auch für zukünftige Generationen beitragen. Aber Technologie kann nicht alle Probleme der Menschheit lösen, so kann sie bei sozialpolitischen Themen wie Armut- und Ungleichheitsbekämpfung kaum zum Guten beitragen.

Rege Diskussion über nachhaltige Mobilität und Energie

In der anschließenden, regen Diskussion haben wir vor allem über unterschiedliche Ansätze in der CO2-Berechnung sowie über die Entwicklung von Mobilität und von nachhaltigen Energieträgern gesprochen. So haben wir ÖsterreicherInnen einen konsumbasierten CO2-Fußabdruck von 12 Tonnen (das sind alle von ÖsterreicherInnen konsumierten Güter, dazu zählen damit auch Importe) und einen produktionsbasierten CO2-Fußabdruck von 8 Tonnen (das sind alle in Österreich produzierten Güter, dazu zählen auch die Exporte) pro Person und Jahr. Für ein nachhaltiges Leben auf unserem Planeten müsste der CO2-Fußabdruck auf ca. 2 Tonnen sinken, was laut Getzinger für viele von uns zur Lebensaufgabe werden wird.

Für unseren Vortragenden Günter Getzinger ist eine nachhaltige Entwicklung kein Verzicht sondern ein Überdenken unserer derzeitigen Lebensform weg vom Konsum und hin zu mehr sozialer und gesellschaftlicher Nähe. Mit diesen herausfordernden Gedanken und Getzingers Ratschlag, dass wir uns am politischen Geschehen aktiv beteiligen sollten, beendeten wir den Abend.

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