Erfahrungsbericht hands.on.days 2015

Erfahrungsbericht – Workshop „Arbeit & Degrowth“

Der Workshop „Gesellschaft für plurale Ökonomik“ umfasste grundsätzlich einen Versuch zur Definition des Begriffes der Arbeit, sowie eine Debatte über die sinnvolle Ausgestaltung der Arbeitszeitregelung. Hauptsächlich wurde der Workshop in die spezielle Fragerichtung der Wachstumsrücknahme gelenkt. Die Wachstumsrücknahme soll die Möglichkeit bieten ökologische Nachhaltigkeit und sozialen Gerechtigkeit zu erzielen. Ebenso wie die Gesellschaft plural ist, war der Workshop auch von diversen Ansichten geprägt. Die Meinungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen gingen weitgehend auseinander. Die kritische Haltung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen lenkte die Debatte eher in die Richtung des Aufwerfens neuer Fragen, als in Richtung der Suche konstruktiver Lösungsansätze. Die schrittweise Umsetzung der Wachstumsrücknahme ist grundsätzlich eine attraktive Idee, die jedoch an sich viele Risiken birgt. Die Einführung von Arbeitszeitverkürzungen ist grundsätzlich sehr verlockend, jedoch in einer Gesellschaft, die von der Industrialisierung und in weiterer Folge durch den Kapitalismus stark geprägt, schwer umsetzbar. Dieser Ansatz ist mE eher utopisch zu betrachten, als zweckmäßig, um ein soziales und gesellschaftliches Bewusstsein zu schaffen. In solchen Gesellschaftsmodellen haben gerade die materialistischen Wertschätzungen das Bewusstsein der Demokratie beeinflusst, insbesondere der Ursprung der demokratischen Werte im Schutz des Eigentums liegt.

Nichtsdestotrotz wurden schlussendlich im Workshop die relevanten wandlungsbringenden Akteure im gesellschaftlichen Zusammenleben analysiert. Die Hauptfrage dieser Abhandlung war inwieweit die jeweiligen Akteure in ihrer Handlungsmöglichkeit effektiv, sowie begrenzt sind. Auch wenn der Workshop zum Schluss mehr Fragen aufwarf, als es Lösungsansätze bot, wurde das Bewusstsein geschaffen sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen und weitere Diskussionen anzutreiben. Jede Art der Umsetzung von Ideen hat einen Bedarf an Optimierungsvorschlägen. Auch wenn ein Beitrag in Form von Fragen geleistet wurde, ist diese Form des Beitrags jedenfalls von wissenschaftlicher Relevanz. Da jede Frage nach einer Antwort sucht, ist der Prozess der Auseinandersetzung mit solchen Fragen dementsprechend unvermeidlich.

 

Aida Sabic-Draganovic (Teilnehmerin des 6. Jahrgangs der Wipol Steiermark)

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