Kulturelle Hegemonialmacht Amerika 2030? Die US-Wahl und ihre Auswirkungen

US-Präsidentschaftswahlen

Der Wahltag war für die WIPOL Steiermark ein willkommener Anlass, das politische System der USA und die Hintergründe der Ära Trump unter die Lupe zu nehmen. (Foto: Zoonar/A.Makarov/CC-BY-NC-SA-4.0)

Just am Wahltag bereicherte uns Bernhard Schindler mit seiner Expertise zur US-Wahl. Ausgehend von den Auswirkungen der Wahl 2016 führte der Vortrag vom US-Wahlsystem bis hin zu den Auswirkungen der Wahl 2020 auf die globale Vormachtstellung der Amerikaner.

“Der Ausgang der Wahl 2016 war für die meisten Wahlforscher gar nicht so überraschend” – so startete unser Vortragender Bernhard Schindler, der damals direkt vor Ort in Washington war, seinen Vortag. Beginnend mit den Ursachen des Ausganges der US-Wahl 2016 führte er uns in die Tiefen des amerikanischen Wahlsystems ein und erklärte zudem die Unterschiede zwischen den wichtigsten politischen und juristischen Insitutionen des Landes: Zwischen Senat, Repräsentantenhaus, Kongress und dem obersten Gerichtshof (Supreme Court) der Vereinigten Staaten.

Spannende Diskussion mit US-Wahlexperten Bernhard Schindler 

Eine offene Diskussion mit vielen Fragen vonseiten unserer TeilnehmerInnen hat vor allem die Motivationen der Trump-WählerInnen ausgeleuchtet. So ist zum Beispiel die negative Einstellung gegenüber dem Sozialismus ein Grund dafür, dass viele eingewanderte Latinos aus Kuba und Venezuela Trump wählen. Mit weiteren interessanten Fakten, wie zum Beispiel, dass Puerto Rico zwar US-Territorium ist, aber keine Wahlmänner senden kann oder die Parteispenden der Demokraten die der Republikaner 2020 bei weitem übersteigen hielt Bernhard Schindler die TeilnehmerInnen des diesjährigen Jahrganges auch online bei Laune – und das über fast zweieinhalb Stunden hinweg! 

Von der Unbeliebtheit von Hillary Clinton bis zum demografischen Wandel in den Swing States blieben im regen Austausch mit Bernhard Schindler fast keine Fragen zur US-Wahl unbeantwortet. Auch haben wir die Zukunft der USA als Hegemonialmacht im Schatten der Wahl ausgeleuchtet. Probleme wie die wachsende Spaltung der EinwohnerInnen, das fehlende politische Vertrauen, sowie starke Tendenzen zu Verschwörungstheorien sind für Schindler Gründe dafür, dass die globale Machtposition der USA geschwächt insbesondere durch die Amtszeit des noch amtierenden Präsidenten Trump von innen stark geschwächt wurde. 

Gastspiel eines echten Polling-Experten aus den USA 

Um 23:00 MEZ, nach bereits drei Stunden regem Austausch über das Wahlgeschehen, ging es mit einer kurzen Einschätzung eines jungen Experten aus den USA weiter. Der US-amerikanische Meinungsforscher und politische Philosoph, den wir hier aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht namentlich nennen, erklärte uns seine Arbeit für die Polling-Abteilung des Senders Fox TV. In dem eher für republikanische Meinungsbildung bekannten US-Nachrichtenkanal, arbeitet der zweiter Vortragende dieses Abends für eine kleine Abteilung, die den Demokraten nahesteht. 

Mit seiner abschließenden Einschätzung, die nach heutigem Stand sehr nahe an das Endergebnis der Wahl herankommt, wurde die Fragerunde eröffnet. Bei dieser konnte unser aus Amerika zugeschaltete Experte alle noch offenen Fragen der noch verbliebenen TeilnehmerInnen, die sich dabei auch schon den einen oder anderen Wein eingeschenkt haben, klären. Auch unser erster Vortragender Bernhard Schindler stellte dabei noch einige spannende Fragen und so wurde bis lange nach Mitternacht rege diskutiert.

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