Ökonomische Effekte des EU-Binnenmarktes in Europas Ländern und Regionen

von Martin Spielhofer und Lukas Tanzmayr (9. Jahrgang)

Anfang Mai veröffentlichte die Bertelsmann Stiftung eine Studie, in der sie die Auswirkungen des EU-Binnenmarktes auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europas Ländern und Regionen analysierte, wobei der Fokus auf den durch den Binnenmarkt ausgelösten Einkommensveränderungen, Produktivitätsänderungen und Preisaufschlägen lag. Für die Ergebnisberechnung wurde ein modernes makroökonomisches Modell, das sogenannte Gravitationsmodell, verwendet, das Marktgröße und Entfernung von Handelspartnern in simulierten Handelsströmungen berücksichtigt. Die Daten entstammen der Vereinten Nationen und Eurostat.

Der EU-Binnenmarkt ist der größte Wirtschaftsraum der Welt, der seit seiner Einführung im Jahr 1993 auf politischer und wirtschaftlicher Ebene als Erfolg gesehen wird. Er gilt als Eckpfeiler der europäischen Integration und erhöhte nachgewiesenermaßen den europäischen Wohlstand. Es ist daher auch nicht überraschend, dass das zentrale Ergebnis der Studie ist, dass alle BürgerInnen Europas vom EU-Binnenmarkt profitieren. Von Interesse sind jedoch die großen regionalen Unterschiede, die klar erkennbar sind und aus denen hervorgeht, dass einige Regionen Gefahr laufen, wirtschaftlich abgehängt zu werden und dass der EU-Binnenmarkt entgegen seiner ursprünglichen Intention Ungleichgewichte verstärkt, statt sie zu auszugleichen.

So zeigt sich, dass BürgerInnen in kleinen, wettbewerbsfähigen und exportorientierten Regionen im Herzen Europas hohe Einkommenszuwächse durch den Binnenmarkt generieren konnten, während ländliche Regionen in der südlichen und östlichen Peripherie Europas weniger profitierten. Während die Einkommenszuwächse erster Regionen, die vor allem in Deutschland und Österreich liegen, bei bis zu € 3.592 jährlich liegen, fallen diese in strukturschwachen Regionen in Bulgarien, Griechenland und Rumänien mit € 120 bis € 140 weitaus geringer aus. In diesen Regionen sind verstärkte Investitionen in moderne digitale Infrastruktur, der Aufbau eines Ökosystems für Innovationen sowie mehr Bildungseinrichtungen notwendig.

Eine Zusammenfassung der Studie ist unter https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/EZ_Zusammenfassung_Binnenmarkt.pdfabrufbar.

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