Sarah Reindl: Nachhaltig gründen, nachhaltig leben

Zero-Waste-Geschäft
Ein sogenanntest Zero-Waste-Geschäft, wie das von Reindl gegründete „Gramm“, kommt ohne Einwegverpackungen aus und ist somit ein Gegenentwurf zur Wegwerfgesellschaft.

Fotos: unsplash/Benjamin Brunner; Sarah Reindl

Um die Herausforderungen des Gründens, aber auch über Nachhaltigkeit im Allgemeinen hat sich der WIPOL-Vortrag mit Sarah Reindl gedreht. Reindl ist studierte Volkswirtin und hat nach ihrem Studium das Zero-Waste-Geschäft „Das Gramm“ gegründet. Inzwischen ist sie am Institut für Nachhaltiges Wirtschaften in Graz tätig.

Von den Hürden und Schwierigkeiten, die einem Unternehmer bzw. einer Unternehmerin widerfahren können, berichtete uns die Unternehmerin Sarah Reindl zunächst in ihrem WIPOL-Vortrag. Am anstrengendsten ist in ihren Augen die Gründungsphase. Die Angst vor dem Versagen könne nämlich dazu führen, dass man scheitert, bevor überhaupt begonnen wurde. Aus diesem Grund rät sie allen, die eine Geschäftsidee mitbringen und selbstständig werden wollen, sich die Frage zu beantworten, was die intrinsische Motivation ist und warum man dieses Ziel verfolgen möchte. Wichtig sei es, sich auch Gedanken über einen Plan B oder einen Plan C zu machen und sich das Worst-Case-Szenario auszumalen. Schließlich gelte es, unterschiedliche Herausforderungen lieben zu lernen und sie nacheinander zu meistern.

Breite Diskussion über Nachhaltigkeit

Schließlich hat Sarah Reindl, die seit über einem Jahr beim Institut für Nachhaltiges Wirtschaften tätig ist, mit uns über ihre Ansichten zu Nachhaltigkeit im Allgemeinen, aber auch zu sehr spezifischen Themen wie Einwegkaffeebechern diskutiert.  So wurden laut einer Analyse des Umweltamtes der Stadt Graz von 2017 wurden pro Tag rund 1000 Wegwerfbecher allein in der Grazer Innenstadt zwischen Hauptplatz und Jakominiplatz in den Müll geschmissen. Gegen Ende 2018 hat das Umweltamt Graz daher in Zusammenarbeit mit dem „Gramm“ den Mehrweg-Pfandbecher „BackCup“ entwickelt. Dieser kann für ein Pfand von einem Euro seit Ende 2018 erworben und in allen teilnehmenden Betrieben wieder zurückgegeben werden. Auch wenn dies vielleicht nicht die perfekte Lösung sei, sei dieses System doch ein Schritt in die richtige Richtung, sagt Reindl.

Über so unterschiedlichen Themen wie CO2-Bilanzierung, Ökostrom, Umweltfreundliche Verpackungen, transparente Lieferketten, Lastenräder und die finanziellen Aspekte einer nachhaltigen Wirtschaft drehte sich im Anschluss an Reindls Vortrag die Diskussion, bei der das große Interesse unserer TeilnehmerInnen spürbar wurde.

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