Montag, Mai 20, 2024
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From rags to riches? – Kann es jede:r schaffen?

Nach der erfolgreichen Eröffnungsveranstaltung des 14. Wipol Jahrgangs im Café Erde ging es weiter mit einem Planspiel. „BLING – Stadt des Erfolges“ wird von der NGO Attac online frei für Bildungszwecke zur Verfügung gestellt.

Ausgangslage

Das Planspiel entführte die Teilnehmer:innen in die facettenreiche Welt von Bling. Alle starteten mit einer unterschiedlichen Ausgangssituation. In jeder Runde stand die Herausforderung im Fokus, die Grundbedürfnisse in den Bereichen Wohnen, Soziales und Gesundheit durch das Sammeln von Blings zu decken. Personen mit vorteilhafteren Startchancen, wie etwa reiche Erb:innen oder Personen aus wohlhabenden Familien, hatten den Vorteil, in jeder Runde weniger Blings sammeln zu müssen. Sie konnten außerdem ihr Startkapital nutzen, um Erleichterungen wie Wohneigentum oder Steuerberatung zu erwerben, wodurch sie weniger für ihre Grundbedürfnisse ausgeben mussten. Personen mit weniger vorteilhaften Startchancen benötigten in jeder Runde mehr Blings.

Ziel des Planspiels

Das ultimative Ziel bestand darin, die eigene Ausgangssituation nach sechs Runden zu verbessern. Hierzu wurden Türmchen gebaut, Bohnen sortiert, Dampfschiffe gefaltet, herumgeturnt und mit verbundenen Augen durch den Raum geführt – allesamt kreative Wege, um die unterschiedlichen BLINGS zu sammeln und so die eigenen Grundbedürfnisse zu decken. Für alle, die sich vom derzeitigen System der Stadt Bling nicht abgeholt fühlten gab es auch die Möglichkeit in der Politik mitzumischen. Doch diese Option erforderte Zeit, die ansonsten in die Deckung der Grundbedürfnisse geflossen wäre.

Verwaltung

Die vierköpfige Jahrgangsleitung schlüpfte in die Rolle der „Städtische Einrichtung für Erfolg, Leistungsbewertung und Einkommensverbuchung“ von Bling, kurz: „Die SEELE von Bling“ und durfte die Leistungen der Teilnehmer:innen mit Goldblings vergüten, ihnen verschiedene Aktien oder Kryptowährungen verkaufen. Konnten nicht ausreichend Blings gesammelt werden so teilte die Jahrgangsleitung Konsequenzkarten aus. Diese konnten z.B. Rückenschmerzen oder eine schimmelige Wohnung sein, was wiederum in der nächsten Runde noch mehr BLINGS erforderte, um die Grundbedürfnisse zu decken.

Ergebnis 

Am Ende hatten jene Personen am meisten Punkte durch ihre „Leistung“ gesammelt, die mit vorteilhaften Startchancen ins Spiel eingestiegen waren. Auch Arbeiter:innen und Alleinerziehende konnten sich auf das Podium mit den meisten Punkten reihen, da sie im Laufe des Spieles durch Kooperation erwirtschaftete, überschüssige Blings in Kryptowährungen investiert hatten, die am Ende einen hervorragenden Kurs angenommen hatten. Das Planspiel BLING ermöglichte den Teilnehmenden des 14. Jahrgangs der WIPOL Steiermark nicht nur eine Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Wechselwirkungen, sondern auch eine tiefgehende Reflexion über die eigene Rolle in diesem komplexen Gefüge.

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